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Feb 19

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Riesiges Interesse für Sonderfahrten

Foto Eckhard Sommer

Den Zwischenstopp am Haltepunkt Gunzen nutzten viele Mitfahrer zum Fotografieren.

Foto: Eckhard Sommer

Auf der sonst nicht befahrenen Bahnstrecke zwischen Adorf und Zwotental verkehrten am Sonnabend Züge. Der Zuspruch gibt Rückenwind im Kampf um den touristischen Betrieb der Strecke.

Adorf. Über den Bahnsteig 1 pfeift Samstagmittag ein kalte steife Brise. Der Zug nähert sich langsam, fährt vorbei, stößt zurück bis zur Weiche und hält. Eine Computerstimme kündigt an: „Planmäßige Abfahrt für den Sonderzug nach Zwotental um 11.06 Uhr.“ In die Wartenden kommt Bewegung. Rucksäcke werden aufgesetzt, Handschuhe in die Jackentasche gesteckt, Schneereste von den Stiefeln geklopft. Ein Spaßvogel fragt den Nachbarn beim Einsteigen: „Wann fährt der Zug morgen?“ Wer es hört, muss schmunzeln, denn „Sonderfahrt“ bedeutet schließlich nicht „fahrplanmäßig“.

So bis auf den letzten Platz gefüllt ist ein regionaler Zug nur höchst selten bis gar nicht. Was beweist: Der Förderverein Obervogtländische Eisenbahn (OVEB) hat mit der Einladung zur Sonderfahrt einen Volltreffer gelandet. Sie ist mehr als nur Wochenendspaß für die Fahrgäste, denn der Andrang drückt aus: Die Strecke muss für den regionalen Personenverkehr erhalten bleiben. Für Zugführer Jürgen Fuchs bedeutet sie eine Sonderschicht: „Ich habe nachher normalen Dienst, aber diese beiden Fahrten lassen sich mit der Arbeitszeit vereinbaren.“ Während der Sonderzug Adorf verlässt, kassiert Schaffner Dietmar Eichhorn die Fahrgäste ab. Zwischendurch lässt er sich in einen Plausch verwickeln und zeigt dazu nach draußen: „Schade ist, dass der Zug hier in Siebenbrunn nicht mehr halten kann. Der Bahnsteig wurde weggerissen, wie auch schon in Muldenberg.“

13 Kilometer von Adorf nach Zwotental und dann zurück, mit 20 bis 60 Sachen durch das Obere Vogtland, quer durch den Musikwinkel. Es ist zur Ausnahme geworden. Erkennen lässt sich das an Rost und Schneeresten auf den Schienen. Rechts und links der Strecke vereinzelte Herwart-Schäden, mittlerweile beseitigt. Gemächlich passiert wird der Gläserne Bauernhof in Siebenbrunn, die Esel auf der Weide müssen herhalten als begehrtes Fotomotiv. Jürgen Fuchs gibt Signal, kündigt die Ankunft für den siebenminütigen Zwischenstopp in Gunzen an. Hier warten schon Mitglieder des Fördervereins mit Getränken, Würsten und Kuchen. Kameras werden hervorgeholt – Eisenbahnfreunde lassen sich keinen Schnappschuss entgehen. Zugführer Fuchs mahnt zur Weiterfahrt: „Wir müssen in Zwotental wieder in den Takt kommen.“ Kurz vorher muss er warten, denn das Signal steht auf Rot. Aus der Ferne sind die regulären Züge der Vogtlandbahn Richtung Graslitz und Falkenstein zu sehen, die natürlich Vorrang haben. In Zwotental Fahrkanzelwechsel für Jürgen Fuchs und für die Passagiere nochmals Gelegenheit zum Fotografieren. Es geht zurück Richtung Adorf. Das Erlebnis ist beendet. Es sei denn, auch die zweite Sonderfahrt eine Stunde später wird noch genutzt.

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