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Jun 29

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Für touristische Attraktionen ist das Vogtland gut geeignet

Schienenbus am Hp Gunzenn

Am Samstag gründet sich in Schöneck ein Förder-verein zum Erhalt der Bahnstrecke zwischen Adorf und Zwotental. Was sind die Hintergründe?

Adorf/Schöneck. Die seit 1875 bestehende Bahnlinie zwischen Adorf und Zwotental soll erhalten bleiben. Das ist das Anliegen des Fördervereins, der sich am Samstag in Schöneck gründen wird. Die Deutsche Bahn AG will die Strecke zum Jahresende stilllegen. Eingestellt worden war der fahrplanmäßige Personenverkehr bereits 2012 wegen der Verluste, die auf der Linie gemacht wurden. Von rund 150.000 Euro ist heute die Rede. Geld, das der Zweckverband Öffentlicher Personennahverkehr Vogtland (ÖPNV) bei sinkenden Zuschüssen des Freistaats anderswo braucht.

Der Vereinsgründung vorangegangen waren zahlreiche Initiativen, zu denen auch ein Sondierungsgespräch im Juli 2016 gehörte. Initiator Christoph Kopp hatte dazu Vertreter der Bahn, der Politik, der Verkehrsbetriebe, des Tourismus und der Eisenbahnvereine der Region eingeladen. „Für den Erhalt der Strecke brauchen wir auch die Unterstützung der Nachbarkommunen“, betonte der Gunzener Ortsvorsteher Ingo Penzel (Freie Wähler). Gekommen waren deshalb mit Rico Schmidt (SPD) und Andreas Rubner (parteilos) die Bürgermeister der Nachbarstädte Adorf und Markneukirchen. Schönecks Bürgermeisterin Isa Suplie (CDU), die sich im Urlaub befand, vertrat Kämmerin Gabriele Bernhard.

„Wenn die Bahnlinie erhalten werden soll, brauchen wir ein Konzept aus der Region“, hatte Andreas J. Kraus, Geschäftsführer vom Tourismusverband Vogtland, bei der Zusammenkunft deutlich gemacht. Etliche der Akteure, die sich dazu in Gunzen getroffen hatten, sahen das dafür notwendige Potenzial quasi vor der Tür: Die Bikewelt Schöneck setzt beim Radtourismus auf die Anbindung der Strecken durch das obere Vogtland auf die Bahn – und das über die Grenze bis nach Graslitz/ Kraslice. Derzeit läuft in Schöneck gleich neben dem Ifa-Ferienpark der Neubau einer Jugendherberge mit 136 Plätzen, mit rund 7,3 Millionen Euro das größte Projekt des Landesverbandes Sachsen seit der Neugründung 1990. „Schöneck ist neben den Staatsbädern das touristische Zentrum des Vogtlands“, hatte Thomas Müller, Vorsitzender des Deutschen Jugendherbergsverbandes Sachsen, bei der Grundsteinlegung deutlich gemacht.

Was das von Kraus angesprochene touristische Konzept betrifft, so kann sich Christoph Kopp vorstellen, dass die Strecke zunächst an den Wochenenden genutzt wird, beispielsweise mit den Triebwagen von Mike Pester aus Adorf. „In einer Region, die stark auf Wandern und Radfahren setzt, würde das doch genau ins Konzept des Tourismusverbandes Vogtland passen“, sagte er. Kopp hat auch das einstige Stationsgebäude in Gunzen mit dem Ziel gekauft, um es zum Ferienhaus umzubauen.

Seit Einstellung des Personenverkehrs sind zwischen Adorf und Zwotental nur noch Sonder- oder Güterzüge unterwegs – jährlich etwa 40 Fahrten. Seitdem der ehemalige Bahnhof Muldenberg wegen eines maroden Bahnsteigs nicht mehr bedient werden kann, sind keine Sonderfahrten der Adorfer mit Anschluss an den Wernesgrüner Schienen-Express mehr möglich.

Zum Preis von 196.000 Euro oder einer Jahrespacht von rund 15.700 Euro war die Strecke im Angebot, dazu noch einmal rund 15.000 Euro für Anschlusskosten in Adorf und Zwotental. Als einziger Bewerber war die Deutsche Regionaleisenbahn aufgetreten, die bereits im Vogtland aktiv ist. Die Verhandlungen liefen irgendwann ins Leere. „Es war das erste Mal, dass wir keinen Konsens fanden“, so Gerhard J. Curth, Geschäftsführer der Deutschen Regionaleisenbahn.

Inzwischen haben mehr als 2000 Bürger die Onlinepetition zum Erhalt der Bahnstrecke unterzeichnet. Groß war auch die Resonanz bei den Sonderzügen, die zu Pfingsten sogar in Gunzen Station machten.

Termin Die Gründungsversammlung des Fördervereins findet am Samstag, 17 Uhr in der Brauschänke Schöneck statt. Ursprünglich war das Talschlösschen Adorf vorgesehen, dort gab es aber eine Terminüberschneidung.

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